Was ist das Altersvorsorgedepot?
Die Reform der privaten Altersvorsorge kompakt erklärt: Produktvarianten, Unterschiede zu Riester und zum normalen ETF-Depot, Auszahlphase.
Zum Ratgeber →Stand: Juli 2026 · Produktstart 01.01.2027
Am 1. Januar 2027 startet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot – der Nachfolger der Riester-Rente. Wir vergleichen alle Broker und Anbieter: unabhängig, mit offengelegten Kriterien und immer mit Quelle. Bis zum Start zeigt unsere Watchlist, welcher Anbieter das Depot anbieten wird – aktuell 15 von 17 mit offizieller Ankündigung.
Quelle: Altersvorsorgereformgesetz, verkündet am 29.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156); FAQ des Bundesministeriums der Finanzen. Details und Rechenbeispiele im Förderungs-Ratgeber.
Stand Juli 2026 haben 15 der 17 von uns beobachteten Anbieter ein Altersvorsorgedepot offiziell angekündigt – von Brokern wie Scalable Capital, Trade Republic und flatex über Direktbanken wie ING und comdirect bis zu Allianz, Union Investment und Fidelity. Ein zertifiziertes Produkt mit verbindlichem Preisverzeichnis hat aber noch niemand: Die Zertifizierung läuft über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in einem nachgelagerten Verfahren. Jede Statusangabe belegen wir auf der Anbieterseite mit Quelle.
| Anbieter | Status Altersvorsorgedepot | Einschätzung |
|---|---|---|
| Scalable Capital | Angekündigt | Angekündigt; als erster Anbieter mit ersten Eckdaten (u. a. Sparpläne ab 1 €). Vollständiges Preisverzeichnis steht aus. |
| Trade Republic | Angekündigt | Angebot im April 2026 offiziell bestätigt, Zertifizierung laut Fachpresse beantragt. Konditionen und Produktseite stehen aus. |
| flatex | Angekündigt | Auf der eigenen Website bestätigt: Altersvorsorgedepot ab 01.01.2027. Standard- und flexible Variante geplant, Konditionen offen. |
| comdirect | Angekündigt | Angekündigt; nannte laut Fachpresse als erste Bank eine Zielgebühr (0,25 % p. a.). Verbindlich erst mit Preisverzeichnis. |
| finanzen.net ZERO | Angekündigt | Angekündigt; bewirbt das kommende Depot als gebührenfrei, Vorregistrierung offen. Verbindlich erst mit Zertifizierung. |
| ING | Angekündigt | Markteintritt angekündigt, noch keine Gebühren veröffentlicht. |
Auswahl – vollständige Watchlist mit allen 17 beobachteten Anbietern: Anbieter-Übersicht.
Sobald die ersten zertifizierten Produkte live sind, wird aus dieser Watchlist der vollständige Vergleich: mit Effektivkosten, ETF-Auswahl, Zulagen-Handling, Auszahlkonditionen und einer transparenten Testnote. Die Kriterien legen wir vorab offen.
Die Reform der privaten Altersvorsorge kompakt erklärt: Produktvarianten, Unterschiede zu Riester und zum normalen ETF-Depot, Auszahlphase.
Zum Ratgeber →50 Cent je Euro, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus, Günstigerprüfung: So holst du bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr heraus – mit Rechenbeispielen.
Zum Ratgeber →10 € monatlich vom Staat ab dem 6. Lebensjahr: Wer berechtigt ist, wie die Jahrgangsregel funktioniert und wo das Gesetz gerade steht.
Zum Ratgeber →Mit dem Altersvorsorgereformgesetz löst der Gesetzgeber die Riester-Rente ab. Ab dem 1. Januar 2027 kannst du in einem Altersvorsorgedepot förderfähig in ETFs, Fonds und andere zugelassene Wertpapiere investieren – erstmals ganz ohne Garantiepflicht und ohne Versicherungsmantel. Wer Sicherheit möchte, wählt stattdessen ein Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie. Wer es einfach will, nimmt das Standarddepot: zwei vorausgewählte Fonds, gesetzlicher Kostendeckel von 1,0 Prozent, Angebotspflicht für Anbieter.
Die Förderung ist beitragsproportional und damit deutlich einfacher als bei Riester: Der Staat legt 50 Cent je eingezahltem Euro auf die ersten 360 € im Jahr drauf, danach 25 Cent je Euro bis 1.800 €. Maximal sind so 540 € Grundzulage pro Jahr drin – plus bis zu 300 € je Kind und einmalig 200 € für Berufseinsteiger unter 25. Ob zusätzlich der Sonderausgabenabzug mehr bringt, prüft das Finanzamt automatisch (Günstigerprüfung). Einzahlen kannst du bis zu 6.840 € pro Jahr und Depot, führen darfst du maximal zwei Depots gleichzeitig – gefördert wird nur eines.
Wichtig: Ein normales ETF-Depot ist nicht automatisch förderfähig. Die Zulagen gibt es nur in einem zertifizierten Vertrag. Genau deshalb lohnt sich der Anbietervergleich – die Unterschiede werden nicht bei Ordergebühren liegen, sondern bei Effektivkosten, Fondsauswahl, Zulagen-Handling und den Konditionen der Auszahlphase.
Förderberechtigt sind alle Pflichtversicherten der gesetzlichen Rentenversicherung, mittelbar berechtigte Ehepartner – und neu auch Selbstständige ohne GRV-Pflicht. Der Kreis der Berechtigten ist damit deutlich größer als bei Riester. Auch die rund 16 Millionen bestehenden Riester-Verträge sind betroffen: Sie genießen Bestandsschutz, können aber ab 2027 ohne Rückzahlung der alten Förderung in die neue Systematik wechseln – wie das geht, steht im Riester-Wechsel-Ratgeber.
Klassische Depot-Vergleiche schauen auf Ordergebühren und Handelsplätze. Beim Altersvorsorgedepot zählt anderes. Unsere Kriterien: Kosten (Depotgebühr, Effektivkosten pro Jahr, Sparplanausführung, Kosten der Auszahlphase), Produkt (BZSt-Zertifizierung, Standarddepot, Garantievariante), Anlage (ETF- und Fondsauswahl, Mindestsparrate), Förder-Handling (automatisierte Zulagen-Beantragung, Riester-Übertragung) und die Auszahlphase (Fondsauszahlplan, Leibrenten-Partner, Verrentungskosten). Ein Fonds- oder ETF-Wechsel innerhalb des Depots ist übrigens steuerfrei möglich – auch dessen Kosten fließen in die Bewertung ein.
Was ist über die einzelnen Anbieter bislang bekannt? Hier findest du zu jedem beobachteten Broker, jeder Bank, jedem Versicherer und jeder Fondsgesellschaft den Stand in zwei Sätzen – mit Link auf die ausführliche Statusseite samt Quelle.
Der Münchner Broker gilt als Vorreiter: Scalable Capital hat den Markteintritt angekündigt und ist laut Fachpresse der erste Anbieter mit ersten Eckdaten, darunter Sparpläne ab 1 €. Ein vollständiges Preisverzeichnis für das zertifizierte Produkt fehlt weiterhin.
Scalable Capital im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Europas größter Neobroker hat im April 2026 offiziell bestätigt, ein Altersvorsorgedepot zum Start anzubieten; die Zertifizierung ist laut Fachpresse beantragt. Gebühren und Produktseite stehen aus – kursierende Kostenschätzungen sind unverbindlich.
Trade Republic im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
flatex hat die Verfügbarkeit ab dem 1. Januar 2027 auf der eigenen Website bestätigt – eine der wenigen Zusagen aus einer Primärquelle. Geplant sind zwei Varianten: eine einfache Standardlösung und ein flexibleres Depot.
Die Direktbank aus der Commerzbank-Gruppe nannte laut Fachpresse als erster Anbieter eine konkrete Zielgebühr von 0,25 % pro Jahr. Das läge über den erwarteten Neobroker-Konditionen, dafür steht ein sehr breites ETF-Sparplan-Angebot dahinter.
Der Broker des Finanzportals bewirbt sein kommendes Depot als gebührenfrei und hat bereits eine Vorregistrierung geöffnet. Verbindlich wird die Gebührenfreiheit aber erst mit Zertifizierung und offiziellem Preisverzeichnis.
finanzen.net ZERO im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Deutschlands größte Direktbank hat den Markteintritt angekündigt, aber noch keine Gebühren veröffentlicht. Mit Millionen Depotkunden und starkem Sparplangeschäft ist die ING einer der wichtigsten Kandidaten für den Massenmarkt.
Die DKB hat den Markteintritt angekündigt; Details zu Gebühren und Produktausgestaltung stehen noch aus.
Die Consorsbank (BNP Paribas) hat ein Angebot angekündigt, Konditionen sind noch nicht veröffentlicht.
Consorsbank im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Der Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe hat den Markteintritt angekündigt – über das Sparkassennetz hätte das Angebot potenziell enorme Vertriebsreichweite.
Deutschlands größter Versicherer deckt als einer der ersten alle drei gesetzlichen Produktkategorien ab: Standarddepot, Altersvorsorgedepot und eine Variante mit 80 % Beitragsgarantie – angekündigt auf der eigenen Website für Januar 2027.
Die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken plant drei Produkte unter dem Label „UniVorsorge“, darunter ein Standardprodukt auf Basis aktiver ETFs sowie eine Variante mit Garantie. Ausgabeaufschläge soll es keine geben; Konditionen sind für Herbst 2026 angekündigt.
Union Investment im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Fidelity will zwei Varianten anbieten: ein gesteuertes Premium-Produkt mit aktiven ETFs und Gleitpfad sowie ein kosteneffizientes Standardprodukt aus Indexfonds – zugänglich direkt und über Berater.
Die AXA betreibt eine eigene Informationsseite zum Altersvorsorgedepot und kündigt ein Angebot ab Anfang 2027 an. Produktvarianten und Konditionen sind offen.
Die Finanz-App will gemeinsam mit Franklin Templeton ab Januar 2027 einen digitalen Zugang zum geförderten Depot direkt in der App bieten – Finanzguru liefert die Infrastruktur, Franklin Templeton die Produkte.
Finanzguru im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Der Robo-Advisor plant, das Altersvorsorgedepot über Modellportfolios auf Basis von Vanguard-Produkten umzusetzen, inklusive automatischem Portfolio-Management.
Für den jüngeren deutschen Broker liegt uns bislang keine Ankündigung zum Altersvorsorgedepot vor. Wir beobachten.
Traders Place im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Auch von Smartbroker+ gibt es bislang keine offizielle Ankündigung zum Altersvorsorgedepot. Wir beobachten.
Smartbroker+ im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →